Bildung aus einer Hand

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Zwei Personen stehen in einem Büro neben einem Drucker und einer Pinnwand mit ausgehängten Dokumenten. Eine Person in einem gestreiften ärmellosen Oberteil zeigt auf die Pinnwand, während die andere Person mit Brille und rosafarbener Bluse danebensteht. Im Hintergrund sind Fenster mit gelben Jalousien zu sehen. Die Szene vermittelt eine Arbeitssituation in einer Schule.

Über das Projekt

Jedes Kind hat das Recht auf bestmögliche Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. In der Realität hängen die Chancen von Kindern und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf jedoch von vielen Rahmenbedingungen ab, darunter auch bürokratische Prozesse. Während Kinder ihren Schulalltag ganzheitlich erleben, ist die rechtliche, finanzielle und organisatorische Verantwortung für ihre Förderung auf unterschiedliche Systeme wie Schule, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe verteilt. Unterstützende Maßnahmen werden häufig getrennt voneinander beantragt und erbracht. In der Praxis führt dies zu fragmentierten Zuständigkeiten, einem hohen bürokratischen Aufwand für Familien und erheblichen organisatorischen Herausforderungen für Schulen.

Das Modellvorhaben „Bildung aus einer Hand“ in Schleswig-Holstein setzt genau hier an und überwindet diese Systemgrenzen. Gemeinsam mit dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, dem Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein sowie den Kommunalen Landesverbänden erproben Kommunen in Schleswig-Holstein neue Wege der Zusammenarbeit. Ziel ist es, Unterstützungssysteme, insbesondere Schulbegleitung und schulische Assistenz, direkt am Schulstandort zusammenzuführen und dadurch multiprofessionelle Teams nachhaltig zu stärken.

Warum machen wir das Projekt?

In Politik und Fachdiskurs besteht Einigkeit darüber, dass das Bildungssystem vor großen Herausforderungen steht und sich weiterentwickeln muss, um Bildung und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu gewährleisten. Schule, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe müssen sich stärker an den Bedürfnissen der Kinder orientieren und entsprechend strukturiert werden. Dafür braucht es eine engere rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit und ein Aufbrechen historisch gewachsener Zuständigkeiten.

Wie eine solche rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit in der Praxis gelingen kann, ist jedoch bislang weitgehend offen. Hier setzt das Modellvorhaben „Bildung aus einer Hand“ an. Anstatt Reformen ausschließlich zu diskutieren, erproben das Land Schleswig-Holstein und drei Kommunen innovative Ansätze, um Bildung und Teilhabe am Lern- und Lebensort Schule stärker miteinander zu verzahnen, bedarfsgerechter zu gestalten und qualitativ hochwertig umzusetzen. 

Die Begleitung durch die Robert Bosch Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung ist auf drei Jahre angelegt (2026 bis 2029). Sie umfasst die Unterstützung bei Konzeption und Umsetzung, die Förderung der wissenschaftlichen Begleitung sowie den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in andere Kommunen und Bundesländer.

Was ist das Ziel?

Ziel des Vorhabens ist die Stärkung systemischer Unterstützungsstrukturen sowie einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit direkt am Schulstandort. Auf diese Weise soll die Kooperation in multiprofessionellen Teams verbessert werden.

Dafür werden in den Modellvorhaben Steuerung und Verantwortung verschiedener Professionen in neuen Steuerungsmodellen zusammengeführt. Dies umfasst auch die Entwicklung systemischer Lösungen für Schulbegleitung und schulische Assistenz. So entstehen für Schüler:innen integrierte Lern- und Lebensräume, in denen Bildung, Betreuung und Förderung eng miteinander verzahnt sind.

Gleichzeitig wird die Eigenverantwortung der Schulen gestärkt, damit sie flexibel und wirksam auf individuelle Bedarfe reagieren können. Aus den praktischen Erfahrungen und der wissenschaftlichen Begleitung sollen zudem Erkenntnisse gewonnen werden, die einen landesweiten Transfer ermöglichen.

Wie ist der Ablauf?

Das Modellvorhaben wird in den Landkreisen Dithmarschen und Pinneberg sowie in der Landeshauptstadt Kiel umgesetzt. Die Kommunen entwickeln und realisieren in eigener Zuständigkeit innovative Ansätze, die auf einem gemeinsamen Rahmenkonzept des Landes und der kommunalen Landesverbände basieren.

Die Umsetzung beginnt im Schuljahr 2026/27 und wird schrittweise ausgebaut. Insgesamt sollen die jeweiligen Modelle über zwei vollständige Schuljahre hinweg erprobt werden. Eine formativ angelegte wissenschaftliche Begleitung spiegelt dabei gewonnene Erkenntnisse bereits während des laufenden Prozesses an die beteiligten Akteure zurück. Der abschließende wissenschaftliche Bericht ist für das Jahr 2029 vorgesehen.

 

Ihre Ansprechpartner:innen

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Dr. Susanne Czaja

Senior Projektmanagerin

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Vincent Steinl

Vincent Steinl

Senior Expert

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