Konflikt, Klimawandel und Umwelt in Westasien
Über das Programm
Der Klimawandel hat weitreichende Auswirkungen auf die Region Westasien. Expert:innen gehen davon aus, dass die Zukunft der Region durch veränderte Klimabedingungen und extreme Wetterereignisse, die Verknappung natürlicher Ressourcen und die anhaltende Umweltverschmutzung durch den Menschen dramatisch beeinflusst werden wird. Bestehende Konfliktlinien werden sich durch diese Dynamiken weiter verschärfen. Konflikte haben gleichzeitig langfristige Umweltschäden zur Folge, die sich in der Region bereits jetzt zeigen. Dennoch spielen die Auswirkungen auf Umwelt und Klima oft keine Rolle bei der Friedensarbeit.
In diesem Programm stehen insbesondere lokale Akteur:innen und lokal geführte Ansätze („locally-led“) im Mittelpunkt, die mit umfassenden und nachhaltigen Ansätzen die dargestellten Herausforderungen angehen. Die verschiedenen Komponenten des Programms setzt die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation, der Arab Reform Initiative, um.
Warum machen wir das Projekt?
Das Zusammenspiel von Konflikt und Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche, von der Wasser- und Ernährungssicherheit über Migration und öffentlicher Gesundheit bis hin zu verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie Minderheiten und Frauen. Deshalb ist es wichtig, Raum für den Austausch zwischen verschiedenen Akteur:innen, Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen zu schaffen, die auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene arbeiten. Nur so können Silos aufgebrochen und breite Netzwerke und Koalitionen aufgebaut werden, um lokale Akteur:innen langfristig zu stärken.
Welche Ziele verfolgen wir?
Das Zusammenspiel von Konflikten, Klima und Umweltveränderungen rückt zunehmend in den Fokus der internationalen Politik. Daher möchten wir den Bedürfnissen und Forderungen lokaler Stimme mehr Raum geben, um Akteur:innen für die Auswirkungen dieses Nexus auf lokaler Ebene zu sensibilisieren.
Wir wollen den Austausch und das gemeinsame Lernen zwischen Organisationen und Einzelpersonen, die gleiche Herausforderungen bearbeiten fördern und ihnen Zeit geben, sich gegenseitig zu beraten und Wissen auszutauschen. Wir sind davon überzeugt, dass dies die Arbeit lokaler Akteur:innen verbessert und wir einen Beitrag zur regionalen Vernetzung leisten können. Dadurch werden auch bewährte Praktiken (Best Practices) und auf lokaler Ebene entwickelte Instrumente (Toolkits) hervorgehoben.
Als eine der organisierenden Institutionen dieses Programms möchten wir von unseren Partner:innen lernen und ihre Expertise in die Weiterentwicklung des Programms einfließen lassen. Gemeinsam mit den Partner:innen vor Ort wollen wir besser verstehen, wie wir als Förderinstitution einen Beitrag leisten können, um die Arbeit unserer Partner:innen vor Ort sinnvoll zu unterstützen. Um den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort gerecht zu werden, werden die Aktivitäten, Projekte und Initiativen weitgehend von unseren lokalen Partner:innen selbst gestaltet und umgesetzt.
Wie funktioniert das Projekt?
Das Projekt besteht aus verschiedenen Komponenten:
- Im Januar 2023, im März 2024 und im Juni 2026 fanden Konferenzen zum Thema Konflikt, Klimawandel und Umwelt in der Region Westasien und Nordafrika statt, bei denen Expert:innen und Praktiker:innen aus der Region zusammenkamen. Seit 2024 werden die Konferenzen in hybrider Form durchgeführt, um eine breitere Beteiligung zu ermöglichen.
- Im März 2025 erschien die Publikation “Partizipative Ansätze zu Konflikt, Klimawandel und Umwelt. Fallstudien aus Westasien und Nordafrika”, die die Umsetzung partizipativer Ansätze in sieben Ländern hinsichtlich der Verbesserung des Verständnisses für die Auswirkungen auf die menschliche Sicherheit analysiert.
- Zwischen 2022 und 2024 wurden Einzelprojekte durchgeführt, um die Herausforderungen des Klimawandels während Konflikten in der Region auf lokaler Ebene zu behandeln.
Gemeinsam mit dem Ettifaq Center for Environmental and Agricultural Consultations, der Medical Mercy Foundation und dem Center for Applied Resarch in Partnership with the Orient (CARPO) wurde 2022 bis 2023 in Zusammenarbeit mit Communities und Interessengruppen die Verbindung von Klimawandel, Umweltbelastung durch Ölförderung und deren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sowie Spannungen und das gesellschaftliche Zusammenleben untersucht. In einem zweiten Schritt wurden Sensibilisierungskampagnen, Workshops und Empfehlungen an lokale und nationale Entscheidungsträger:innen entwickelt und umgesetzt.
Zusammen mit der Society for Protecting Nature in Lebanon und der World Conservation Union (ICUN) wurden 2022 bis 2024 lokale Akteur:innen im Libanon geschult, Konfliktlösungsprozesse zur Bewältigung kommunaler Herausforderungen zu nutzen. Das Projekt basiert auf einer Erweiterung des traditionellen Konzepts Hima um Ansätze zur Konfliktlösung um Spannungen zwischen lokalen Gruppen, die sich natürliche Ressourcen teilen, zu verringern.
Gemeinsam mit der American University of Technology wurde 2022 bis 2024 eine Strategie für die Abfallwirtschaft im Libanon, basierend auf dem Engagement aller Beteiligten vor Ort entwickelt. Dafür wurden Sensibilisierungskampagnen und Schulungen unter Einbindung der lokalen Bevölkerung durchgeführt.
In Zusammenarbeit mit dem Yemen Policy Center Germany e.V. und dem Yemen Polling Center wurden 2022 bis 2023 die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Wasserknappheit und Konflikten untersucht, Informationen and internationale und lokale Akteur:innen bereitgestellt und Dialoge mit lokalen Akteur:innen organisiert.
- Die Projektaktivitäten werden durch regionale Netzwerktreffen, Schulungen und Austauschmaßnahmen, die sich an den Bedarfen der beteiligten Organisationen und Einzelpersonen orientieren, ergänzt.
- Öffentliche Webinare werden in unregelmäßigen Abständen angeboten, um einzelne Aspekte des Nexus näher zu beleuchten.
Wer organisiert und unterstützt das Projekt?
In diesem Programm arbeitet die Robert Bosch Stiftung mit einer Partnerorganisation zusammen: Die Arab Reform Initiative (ARI) ist ein unabhängiger regionaler Think Tank, der zum demokratischen Wandel, guter Regierungsführung und sozialer Gerechtigkeit in der arabischen Welt arbeitet. Im Jahr 2024 wurde die Arbeit der beiden Organisationen durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Expert:innen und Praktiker:innen unterstützt.
Eindrücke
Cities after Conflict: How to Rebuild Cities that are Adapted to New Environmental and Climate Challenges
Aufzeichnung des Webinars vom 24. Juni 2025
Das Webinar wurde organisiert von unserer Partner-Organisation Arab Reform Initiative im Rahmen des Förderprogramms „Conflict, Climate Change and Environment in the Middle East“.
Post-Conflict Syria: Evaluating the Impact of War on the Environment
Aufzeichnung des Webinars vom 23. Juni 2025
Das Webinar wurde organisiert von unserer Partner-Organisation Arab Reform Initiative im Rahmen des Förderprogramms „Conflict, Climate Change and Environment in the Middle East“.
Participatory Approaches to Conflict, Climate Change and Environment. Case studies from the Levant
Aufzeichnung des Webinars vom 27. März 2025
Das Webinar wurde organisiert von unserer Partner-Organisation Arab Reform Initiative im Rahmen des Förderprogramms „Conflict, Climate Change and Environment in the Middle East“.
Iraq's Enduring Challenges: Environmental Damage and Public Health in a Post-Conflict Landscape
Aufzeichnung des Webinars vom 16. Juli 2024
Das Webinar wurde organisiert von unserer Partner-Organisation Arab Reform Initiative im Rahmen des Förderprogramms „Conflict, Climate Change and Environment in the Middle East“.
Documenting the Impact of Armed Conflicts on the Environment in MENA: Public Health Effects
Aufzeichnung des Webinars vom 20. Juli 2023
Das Webinar wurde organisiert von unserer Partner-Organisation Arab Reform Initiative im Rahmen des Förderprogramms „Conflict, Climate Change and Environment in the Middle East“.
Documenting the Impact of Armed Conflicts on the Environment in the Middle East: Filling the Gaps
Aufzeichnung des Webinars vom 29. November 2022
Das Webinar wurde organisiert von unserer Partner-Organisation Arab Reform Initiative im Rahmen des Förderprogramms „Conflict, Climate Change and Environment in the Middle East“.
Ihre Ansprechpartner:innen
Irene Weinz
Senior Expert